ein paar Fundstücke aus dem Lektorenalltag

Die Wortwüste wütet:
"Ein sensus mysticus, das meint zunächst nicht mehr als einen verborgenen Sinn, ist für einen Christen jeglicher Konfession der Zeit in der Schrift, wenn auch nicht unbedingt an jeder Stelle – das ist keine Frage, und nur erwähnt sei dabei, dass bei keiner Konfession die beweistheoretische Auszeichnung des sensus litteralis auch bedeuten musste, dass dieser sensus gegenüber anderen in jeder Hinsicht einen höheren Rang besaß: So konnte man dem sensus mysticus seu spiritualis eine größere dignitas ..."

Na, wer ist bis zum bitteren Ende dabeigeblieben? Glückwunsch.

Und - wer hat das Ganze verstanden?

Ein klassischer Fall: Gedankenfluss darf nicht gleich Schreibfluss sein.
Nie, wirklich niemals den Leser aus dem Blick verlieren!



Ebenso klassisch wie falsch: "in keinster Weise".

Es gibt nicht weniger als Nichts.

"Kein" ist nicht steigerbar.


Der Haken mit dem Genetiv: "wider besseren Wissens".

Richtig: "wider besseres Wissen".


Gevatter Thanatos ist immer eine ergiebige Quelle:

"totgeweiht"

"Die Behörden haben den Mann für Tod erklärt."

"zu Tode verurteilt"

Substantiv: Tod

Adjektiv: tot

 



to be continued...